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Schimmelpilzbildung in Wohnung - Aufklärungspflicht des Vermieters/Mitwirkungspflicht des Mieters

In zwei Entscheidungen haben sich Landgerichte mit der Frage befasst, inwieweit Mieter für die Schimmelpilzbildung in der Wohnung verantwortlich gemacht werden können.

In dem Fall, den das Landgericht München im Urteil vom 08.03.2007 - Aktenzeichen 31 S 14459/06 - entschieden hat, waren in der Wohnung nach Einbau isolierverglaster Fenster Schimmelbildungen entstanden. Die Ursache war wohl, bezogen auf die neuen Fenster, unzureichendes Heiz- und Lüftungsverhalten.

Trotz dieser Ursache hat das Gericht die Schuld für die Schimmelpilzbildung nicht beim Mieter gesehen, sondern beim Vermieter. Dieser habe nämlich die Pflicht, nach Einbau isolierverglaster Fenster den Mieter sachgerecht und präzise auf die neuen Anforderungen an das Heiz- und Lüftungsverhalten im veränderten Raumklima hinzuweisen.

Unstreitig war, daß vor Einbau der neuen Fenster es in der Wohnung niemals zu Schimmelpilzbildung gekommen war. Dies war erst nach dem Einbau der neuen Fenster festzustellen. Das Gericht weist darauf hin, dass durch den Einbau dieser neuen Fenster ein verändertes Raumklima entsteht und damit neue Anforderungen an das Heiz- und Lüftungsverhalten des Mieters zu stellen sind. Dies muss der Mieter aber nicht automatisch wissen, sondern dies muss ihm der Vermieter präzise und in ausreichendem Umfange mitteilen. Geschieht dies nicht, kann der Mieter für die Schimmelpilzbildung nicht verantwortlich gemacht werden.

In einer zweiten Entscheidung hat sich das Landgericht Mannheim unter Anderem auch mit den Ursachen der Schimmelpilzbildung befasst sowie mit der Frage des Verschuldens an dieser Schimmelpilzbildung. Vorliegend war es so, dass in einem Schlafzimmer Schimmelbefall an der Wand und an der Schlafzimmereinrichtung festzustellen war. Der Vermieter wies darauf hin, dass Ursache der Schimmelpilzbildung sei, dass die Schlafzimmermöbel zu nah an der Wand aufgestellt seien, sodass es nicht zu einer notwendigen Luftzirkulation hinter den Möbeln gekommen wäre. Möbelstücke müssten daher mindestens 5, besser 10 cm, von einer Außenwand entfernt aufgestellt werden. Das Möbelstücke direkt an die Wand gestellt wurden, rechtfertige jedenfalls den Vorwurf des Mitverschuldens gegenüber dem Mieter.

Auch in diesem Falle hat das Landgericht Mannheim im Urteil vom 14.02.2007 - Aktenzeichen 4 S 62/06 - dem Mieter Recht gegeben. Das Landgericht führt aus, dass der Mieter mangels abweichender Vereinbarung nicht gehalten ist, die Möbel in einer bestimmten Weise oder Anordnung aufzustellen. Der Mieter ist daher auch berechtigt, die Möbel direkt an den Außenwänden aufzustellen. In bauphysikalischer Hinsicht müssten Mietwohnungen so beschaffen sein, dass sich auch bei einem Wandabstand von nur ganz wenigen Zentimetern Feuchtigkeitserscheinungen nicht bilden können. Auch hier gilt, dass eine Information des Vermieters die Problematik erst gar nicht hätte entstehen lassen. Zu raten ist daher gerade dem Vermieter, Dinge, die das Heiz- und Lüftungsverhalten des Mieters angehen, oder auch die Notwendigkeit, Möbelstücke einige Zentimeter von der Wand entfernt aufzustellen, in den Mietvertrag aufzunehmen, das heißt, dieses mit dem Mieter zu vereinbaren.



Dr. Summerer & Flintrop Rechtsanwälte
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