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Schimmelpilz in der Wohnung, Schadensersatzansprüche des Vermieters

Kommt es zur Schimmelpilzbildung in der Wohnung, stellt sich regelmäßig die Frage nach der Verursachung. Zweifelsfrei ist der Schimmelschaden dem Mieter zuzuordnen, wenn dieser die Wohnung nicht in ausreichendem Maße heizt und lüftet. Derartige Klauseln sind auch sehr häufig in Mietverträgen anzutreffen.

In einem vom Amtsgericht Hamburg entschiedenen Fall wurde als Ursache festgestellt, dass der Mieter die Möbel „zu nah“ an die Wände gestellt hatte. Der Sachverständige forderte einen Mindestabstand zwischen Möbel und Wand von 8 cm bis 10 cm. Diesen Abstand hatte der Mieter nicht eingehalten.

Der Vermieter klagte auf Schadensersatz. Das Amtsgericht Hamburg - Urteil v. 19.02.2009 / Aktenzeichen: 915 C 515/08 - hat allerdings die Klage abgewiesen.

Grundsätzlich dürfe der Mieter einer Wohnung davon ausgehen, dass das Mietobjekt bauphysikalisch so beschaffen ist, dass auch große Möbel an den Außenwänden aufgestellt werden können, ohne dass sich negative Erscheinungen in Form von Feuchtigkeitsschäden bemerkbar machen. Zum vertragsgemäßen Heizen und Lüften gehört jedenfalls nicht automatisch, dass ein Abstand zwischen Möbelstück und Wand eingehalten werden müsse. Falls dem Mieter eine derartige Pflicht auferlegt werden soll, muss dies im Mietvertrag ausdrücklich klar vereinbart werden.

Gerade bei der Vermietung von Wohnraum, welcher noch nicht unter Beachtung der heutigen Wärmedämmvorschriften errichtet wurde, empfiehlt es sich also, einen entsprechenden Passus in den Mietvertrag mit aufzunehmen.



Dr. Summerer & Flintrop Rechtsanwälte
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